17.04.2009
Schuhfabrik Keyl: In 50 Jahren rund 10 Millionen Schuhe made in Germany (Schaumburger Zeitung, 17.04.2009)
Ungewöhnlich: In der Zeit war Mitarbeiter Bernd Wenke nur einmal krank. Deckbergen (rd).
Es ist ein so außergewöhnliches Jubiläum, dass sogar Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz persönlich die urkunde der Industrie- und Handelskammer überreicht ha: Seit 50 Jahren, in denen rund 10 Millionen Schuhe verkauft worden sind, arbeitet der Hamelner Bernd Wenke in der Schuhfabrik Fritz Keyl, bekannt unter dem Markennamen „meisi“, mit Sitz im Rintelner Ortsteil Deckbergen. Ein Ereignis mit Seltenheitswert.

Bürgermeister Karl Heinz Buchholz (l.) und Geschäftsführer Kurt G. Herrmann (r.) überreichen dem Jubilar Bernd Wenke die Urkunden.
Foto: tol
Am 25. Juli 1944 wurde der Jubilar in Bankwitz im Kreis Breslau geboren. nach der Flucht 1946 fand die Familie zunächst in Friedrichswald und später in Großenwieden eine neue Heimat. Nach Beendigung seiner Schulzeit trat Bernd Wenke in die Dienste der Schuhfabrik Keyl ein, die noch unter der Leitung des Firmengründers, Fritz Keyl, stand. Ab 1963 erlebte Wenke die Neuausrichtung der Produktion durch Heinrich Siegmann mit. Unter dem damals entstandenen Markennamen „meisi“ werden bis heute die komfortbetonten und hochwertigen Damenschuhe gefertigt.
Mit Bernd Wenke hat der heutige Inhaber, Kurt G. Herrmann, einen Mitarbeiter in seiner Montage-Abteilung, dessen langjährige berufliche Erfahrung von unschätzbarer Bedeutung für das Unternehmen ist. Ein Mitarbeiter, der durch seinen Einsatz und seine Zuverlässigkeit dazu beigetragen habe, dass mit meisi-Schuhen ein anerkanntes Qualitätsprodukt in deutscher Wertarbeit hergestellt werde. „meisi steht für Schuhmode made in Germany, die in immer mehr Ländern weltweit exportiert wird“, betont Geschäftsführer Herrmann und bekräftigt zugleich, dass der Standort Deckbergen auch weiterhin Schwerpunkt der Fertigung sein werde. „Unser kleines aber feines Unternehmen besitzt vor allem das exzellente Können von Spezialisten wie Bernd Wenke. Sie stehen hinter dem, was meisi-Schuhe auszeichnet: Perfekte Passform und höchster Tragekomfort für die anspruchsvolle Kundschaft“, so Herrmann weiter.
Und noch etwas an Bernd Wenke ist außergewöhnlich: trotz der langen Betriebszugehörigkeit hat er die dünnste Personalakte des Unternehmens. Nur ein einziges Mal in 50 Jahren war Bernd Wenke für längere Zeit erkrankt und mußte zwei Wochen Zuhause bleiben.
In einer Feierstunde am gestrigen Donnerstag überreichte Kurt G. Herrmann Bernd Wenke die Ehrenurkunde der Industrie- und Handelskammer sowie des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie. Auch Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sprach aus Anlass dieses außergewöhnlichen Arbeitsjubiläum ein Grußwort und dankte Bernd Wenke für seinen Einsatz in einem heimischen Traditionsbetrieb.
© Schaumburger Zeitung, 17.04.2009